Projekt Nachhaltigkeit: Zeit für neues Reisen

Vom ökologischen Fußabdruck haben die meisten schon mal gehört. Für Reisende bekommt dieses Symbol der Ressourcenverschwendung noch einmal eine ganz eigene Bedeutung. Denn von A nach B oder gar Z zu gelangen, braucht es nicht nur Zeit, Begeisterungsfähigkeit und gute Planung. Es braucht auch eine ganze Menge Energie. Und da die wenigsten zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren, heißt das eben: Sprit, Kerosin, Strom. All dies lässt in der Regel den ökologischen Fußabdruck von Reisenden wachsen – wenn nicht wuchern. Was also tun, wenn man die Welt, die man bereist und entdeckt, nicht gleichzeitig gefährden und ruinieren möchte?

Beim Thema Energie ist das Kapitel natürliich noch nicht zuende. Es geht natürlich auch um Konsum und Verhalten vor Ort. Den Capuccino im Plastikbecher, die zerknüllte, im Sand stehengelassene Bierdose, die achtlos weggeworfenen Plastiktüten, die irgendwie immer im Meer landen, all das kennen wir. Vieles vermeiden wir schon länger oder versuchen das zumindest. Heißt aber meist nicht, dass wir deshalb (viel) besser sind, und das wissen im Grunde auch die meisten. “Aber es ist doch Urlaub, und wir können ja auch nicht allein die Welt retten, und es macht ja auch sonst keiner mit!” Das ist bequem gedacht. Und stimmt überdies nicht. Es gibt viele Ansätze und es werden immer mehr: In Bagan, Myanmar, bin ich zum Beispiel über eine lokale Initiative gestolpert, die sich die Plastikvermeidung auf die Fahnen geschrieben hat. Stück für Stück: Ein paar dieser Ansätze möchte ich in loser Folge vorstellen.

Gleich mal ein großer: Der internationale Reiseverband World Travel & Tourism Council (WTTC) ist sich natürlich auch bewusst, dass er mit Floskeln nicht mehr allzuweit kommt, womöglich nicht mal bis zum nächsten Reiseziel. Deshalb werden jetzt Initiativen gestartet. Zum Beispiel diese hier mit dem Ziel, die Branche perspektivisch CO2-neutral zu machen – und der konkreten Maßgabe “net zero emissions by 2050”. Wie das in etwa funktionieren soll, legt der WTTC mit der Net Zero Roadmap dar. Ein Anfang, immerhin.

Gekommen bin ich darauf über den Newsletter eines Reiseanbieters. Bei Flugladen.de gab es neulich diesen Blog-Beitrag:

Der Blog-Beitrag zu “umweltfreundlichem Reisezubehör”

Natürlich, das ist vor allem PR. Und da ist der Vorwurf oder zumindest Verdacht des Greenwashing immer irgendwie in Reichweite, keine Frage. Andererseits entdecken immer mehr Unternehmen, dass eine wahre grüne Story mehr nützt als schadet. Und auch wenn sich das natürlich in letzter Konsequenz auszahlen soll – ist das ja schon mal besser als nix tun. Denn auch so etwas kann helfen. Und wenn man nur mal eine Sekunde drüber nachdenkt – und sich vor der nächsten Reise etwa einen wiederverwendbaren Kaffeebecher oder ein Shirt aus Bio-Baumwolle in die Tasche packt. Einfach so. Stück für Stück.

Ach übrigens: Wer seinen ökologischen Fußabdruck mal checken möchte, kann das hier tun.

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