Im Garten des Hippokrates

Der Eid des Hippokrates ist weltbekannt – schließlich diente er jahrtausendelang als Manifest der Heilberufe. Noch immer sind viele einst revolutionäre Erkenntnisse und Denkweisen des vielleicht ersten modernen Arztes der Weltgeschichte relevant. Weniger bekannt ist, dass Hippokrates von der kleinen Ägäis-Insel Kos stammte und seine Methoden dort entwickelte und perfektionierte.

Auf der Insel ist das Erbe des alten Meisters allgegenwärtig. Ein besonders hübsches Ausflugsziel mit Lerneffekt ist der “Garten des Hippokrates”, ein paar Kilometer nordwestlich des Flughafens inmitten weiter Felder gelegen.

Von Göttinnen und Heilkräutern: Im Garten des Hippokrates

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Von Nymphen und Schönheiten

Von Nymphen und Schönheiten

Wunderschön, weltberühmt und einen Besuch absolut wert: Schloss Nymphenburg ist ein echtes Juwel im Westen Münchens. Es zählt zu den großen Königsschlössern Europas und übertrifft mit einer Spannweite von 632 Metern (Nord-Süd-Achse) sogar das Schloss Versailles.

Blick von vorn

Castles Made of Joy

Im Jahr 1663 brachte Adelheid von Savoyen, Gemahlin des bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria, den Kurprinzen Max Emanuel zur Welt. Damit schenkte sie dem lang ersehnten Thronfolger das Leben – woraufhin der glückliche Ferdinand seiner Frau die Hofmark Menzing schenkte. Hier entstand jenes Lustschloss im Stil italienischer Landvillen, das Adelheid “Nymphenburg” nennen sollte. Ihr Sohn baute die Nymphenburg später zur barocken Schlossanlage und Sommerresidenz aus.

Nymphen, wo immer man hinschaut: Deckengemälde im Wohnbereich des Königs

Glanz und Gloria Münchens

Erhaben, pompös, dekadent – die “Steinerne Halle”: Der furiose Festsaal lässt keine Wünsche an ein echtes Schloss offen.

Glanz und Gloria: Der prächtige Festsaal von Schloss Nymphenburg. Auf der Empore spielte einst die Musik – 1763 weilte sogar Wolfgang Amadeus Mozart für ein Gastspiel im Schloss

Auch die Schlafzimmer, Büros und Wohnzimmer konnten sich sehen lassen.

Die Schönsten der Schönen

Eine Besonderheit der Nymphenburg ist sicherlich die “Schönheitengalerie”: 38 Porträts Münchner Frauen adeliger und bürgerlicher Herkunft, darunter die Tänzerin Lola Montez, die Geliebte des Königs. Fast alle wurden von Hofmaler Joseph Karl Stieler in der Zeit von 1827 – 1850 für König Ludwig gemalt.

Wer sind die Schönsten im ganzen Land: Die Schönheitengalerie

Schönes Kind, trauriges Schicksal: Amalie von Schintling starb noch vor ihrer Hochzeit mit gerade mal 19 Jahren an Tuberkulose.

Anfahrt und Karte

Schloss Nymphenburg liegt recht zentral in München und ist über gleichnamige Tramhaltestelle schnell zu erreichen. Hier ein Bild des offiziellen Flyers samt Karte der Schlossanlagen.

Zur offiziellen Webseite des Schlosses samt aktuellster Infos und Eintrittspreise geht es hier.

Viel Spaß bei den Nymphen!

Gestatten, Goldelse!

Aussichtspunkte sind eine schöne Sache: Meist verbunden mit sportlichem Treppensteigen belohnt die Mühe mit erhabenen Blicken über Stadt, Land, Fluss. Das gilt im Prinzip auch für Aussichtspunkte, die mit einem ordentlichen Schuss Nationalstolz daherkommen. Was es allerdings nicht für jeden gleichermaßen einfach macht, den schönen Blick wertfrei zu genießen. Etwa wenn man wie in Berlin mit der Siegessäule auf einem Monument steht, das mit vergoldeten Kanonen – der Beute aus blutigen Schlachten gegen europäische Nachbarn – verziert ist. Und dessen Hauptattraktion den Namen Viktoria trägt und damit für den militärischen Sieg und sonst eher wenig steht.

Strahlefrau, stolz und standfest: Die Siegessäule im Herzen des Tiergartens

Im Zentrum des Tiergartens prangt die Siegessäule auf dem Großen Stern. Gebaut wurde sie 1864 bis 1873 als Nationaldenkmal, Anlass war der Sieg Preußens im Deutsch-Dänischen Krieg 1864. Noch während der Bauzeit siegte Preußen weiter, erst gegen Österreich 1866, dann gegen Frankreich 1870/71. 1938 versetzten die Nazis den Turm auf seinen heutigen Platz und bauten auf Anordnung Hitlers gleich noch ein viertes Säulenelement ein, frei nach dem Motto: Make my Nationaldenkmal bigger!

Call me Goldelse.

Gut 50 Meter hoch ist die Aussichtsplattform des Kriegerdenkmals heute, hinauf gelangt man über eine recht enge Wendeltreppe mit 285 Stufen, die sich die Auf- mit den Absteigenden teilen müssen.

Vor dem Ausblick kommt der Stress: 285 enge Stufen in beide Richtungen

Hat man sich an den schnaufenden Touristen vorbeigezwängt, belohnt einen der fantastische Ausblick über den Großen Tiergarten, den Potsdamer Platz, das Brandenburger Tor und das umliegende Stadtgebiet.

An sonnigen Tagen gleißt die Goldelse, als wollte sie ganz allein das Schicksal der Stadt vergolden. 

Im Erdgeschoss des Monuments findet sich eine kleine, aber feine Ausstellung zur Berliner Siegessäule sowie zu anderen deutschen und weltweiten Nationaldenkmälern.

Das Modell der Siegessäule im Erdgeschoss derselben

Grüße von der Freiheitsstatue in New York

Übrigens: An den Tunneleingängen, die von allen vier Himmelsrichtungen des Tiergartens aus zur mitten auf dem Verkehrsknotenpunkt “Großer Stern” gelegenen Siegessäule führen, stehen die wunderschön altbackenen Infotafeln, die man überall in der Stadt an klassischen Sehenswürdigkeiten findet. Ein bisschen Geschichte kann nicht schaden!

Immer wieder Anlass für Nostalgie: Die historischen Berliner Geschichtstafeln

Feeling like a 6-headed Beast: Das Castello Ruffo di Scilla

Weit unten tost das Meer um karstiges Gestein. In der Ferne zeichnen sich die Umrisse der Nordostspitze Siziliens ab, in der gleißenden Mittagssonne erkennt man die Ziegeldächer und den Leuchtturm von Torre Faro. Von hier oben, jenem mächtigen Felsen, der von der kalabrischen Gemeinde Scilla aus wie ein wellenbrechender Bug ins Meer ragt, bietet sich ein exzellenter Blick über die Meerenge von Messina. Kein Wunder, dass hier schon im frühesten Mittelalter an strategischen Festungen gebaut wurde, die diesen taktischen Vorteil zu nutzen suchten. Und dass schon lange davor ein Mythos entstand, nachdem bereits der Held Odysseus von diesem Ort gerade noch mal so davonkam. Demnach thronte genau hier oben einst die mächtige und tödliche Skylla, ein verzaubertes Ungeheuer, dem man besser nicht zu nahe kam.

Das Castello Ruffo auf dem Felsen über Scilla, Zuhause der verwunschenen Nymphe Skilla


Das Castello selbst mutet gar nicht so verwunschen an. Eher brachial und ein bisschen abweisend: schweres Gestein auf schroffem Fels halt. Über enge, steile, versteckte Treppen gelangt man vom Strand aus hinauf. Schlappe 2 Euro (Juni 2018) kostet der Eintritt, den eine die Besucher aufmerksam musternde kalabrische Familie kassiert (sobald man bezahlt hat, widmet man sich allerdings wieder mit Verve dem Austausch dringender und weniger dringender kalabrischer Familienangelegeheiten).  Durch das Kastell läuft man weitgehend allein, ab und zu begegnen einem andere Touristen. Viel zu sehen gibt es nicht: eine alte Karre lehnt an einer Wand, die ein oder andere verwitterte Inschrift gedenkt dem ein oder anderen Ereignis oder Kastellbesitzer.

Es gibt ein traditionelles Schwertfischfangboot zu bestaunen sowie eine Handvoll alter Rüstungen und Ritterwaffen. Weltklasse ist dann allerdings der Blick, der sich immer wieder auftut – auf den Sirenenstrand von Scilla, auf das Fischerdörfchen Chianalea di Scilla und natürlich auf die Meerenge von Sizilien sowie die Insel selbst am südwestlichen Horizont.

Blick auf den Sirenenstrand und Sizilien

Auf den Spuren der Götter


Rund 80 Kilometer südlich von Neapel, am Golf von Salerno, liegt die Amalfiküste, eine der schönsten von ganz Italien. Angemessen für einen der spektakulärsten Wanderwege am Mittelmeer: den Pfad der Götter (Sentiero degli Dei).

Rund neun Kilometer führt der Wanderweg vom Bergdörfchen Bomerano über Stock und Stein bis hinunter nach Positano. Dabei gibt es neben relativ lockeren Spaziergangphasen durchaus auch anspruchsvolle Passagen über kantige Felsen und glitschiges Gestein.

Auch die Götter schwitzen: bei strahlendem Sonneschein über Stock und Stein.

Festes Schuhwerk macht sich da ganz gut, ist aber kein absolutes Muss – immer wieder sieht man Leute auf Sandalen, die auch irgendwie irgendwo irgendwann ankommen.

Die ersten Meter geht sich’s noch recht entspannt…

Die meisten laufen die rund neun Kilometer abwärts, starten also in Bomerano.

Auf dem Weg zum Zentrum des kleinen Bergorts Bomerano.

Der Beginn des Pfades findet sich am oberen Rand der Ortsmitte, gleich hinter der Bushaltestelle. 

Etwas versteckt am Rande des Ortskerns von Bomerano: Hier startet der Pfad der Götter.

Nach ein paar hundert Metern durchs Dorf erreicht man die freie Wildbahn – und dann wird’s ziemlich schnell ziemlich atemberaubend!

Immer wieder traumhaft: Der Pfad der Götter ist ein einziger Augenschmaus.
Auf halber Strecke: Blick aufs azurblaue Meer.
Everytime is foto time.

Manche schaffen die Strecke in zwei Stunden – das schreiben sie zumindest bei Tripadvisor & Co. Die dürften dann aber ohne Pausen gesenkten Blickes zum Sound eines inneren Drill Instructors durchmarschiert sein. Wer lieber im Rhythmus relaxter Götter bleibt und gern mal ein Bild oder auch eine Verschnaufpause macht, sollte eher mit vier oder fünf Stunden rechnen.

Und irgendwann liegt sie dann vor einem: Positano, die schöne. Aber wer meint, das Gröbste hinter sich zu haben, muss erst noch die Treppen von Nocelle meistern: Rund 1.200 Stufen geht es abwärts, und wer glaubt, Treppensteigen sei nur in die andere Richtung anstrengend, sollte sich den Spaß auf jeden Fall gönnen!

Schön, aber echte Wadenkiller: die Treppen von Nocelle.

Und dann… ist man immer noch nicht da, denn jetzt geht’s noch mal gut 20 Minuten entlang der Küstenstraße. Erst dann betritt man tatsächlich Positano . Und begibt sich am besten geradewegs durch die Touri-Massen zum Strand und ins Wasser. Hach!

Finalmente: Wohlverdiente Erfrischung am Strand von Positano.

Die berühmten Küstenstädte Amalfi und Positano sind natürlich nicht jedermanns Sache: zu teuer, zu überlaufen, zu chic, zu gut geölte Tourismusmaschinerien. Alles richtig. Und trotzdem ist selbst schuld, wer in der Gegend ist und nicht wenigstens einmal kurz vorbeischaut.

Von Monstern und Masken: Das Ethnologische Museum von Palmi

Talismane, Kleeblätter, Tattoos: Glücksbringer gibt es in den unterschiedlichsten Facetten. Dass die Menschen immer schon versucht haben, ihr Schicksal gnädig zu stimmen und Böses abzuwenden, zeigt das Ethnografische Museum von Palmi: Das am Stadtrand gelegene Casa della Cultura “Leonida Rapaci” versammelt neben allerlei kalabrischen Alltags- und Folkloregegenständen auch jede Menge Masken, die den “Malocchio”, den bösen Blick abwenden sollten. Horror gegen Horror quasi.

Superstizione e Magia

Das Museum im Keller des Hauses gibt bei einem Rundgang spannende Einblicke in die kalabrische Alltagskultur der vergangenen Jahrhunderte. Gleich die erste Sektion – “Superstizione e Magia” – widmet sich den vielfältigen Masken, die den Malocchio abwenden sollen.

Böse Geister mit ihren eigenen Waffen schlagen: Die Masken von Palmi.

Alltag und Kultur

Darüber hinaus gibt es viele liebevoll gesammelte und aufbereitete Gegenstände aus dem historischen Alltag der Menschen in Kalabrien.

Fare la Musica

Neben allerlei Hausrat finden sich dabei auch Musikinstrumente – Flöten etwa, die sich die Hirten an langen, ereignislosen Tagen selbst schnitzten. Oder Gitarren, mit denen sie ihre Liebsten becircten.

Let the music play: Flöten und Saiteninstrumente für den Alltag

Religion und Geschichte

Natürlich dürfen im streng katholischen Süditalien auch religiöse Motive und Figuren nicht fehlen. Immer wieder zeugen sie vom großen Einfluss der Kirche auf das alltägliche und moralische Leben der einfachen Menschen.

Immer wieder im Mittelpunkt: Maria und das Jesuskind

Tanz der Giganten: Marta und Grifone

Highlight zum Schluss des Rundgangs sind die Pappmaché-Giganten Marta und Grifone. Die riesigen Figuren werden bei Festen durch die Straßen getragen und kommen sich tanzend immer näher. Es handelt sich um eine historische Tradition: Die einheimische Marta und der türkische König Grifone erinnern an die Sarazenenüberfälle, unter denen Kalabrien im Mittelalter zu leiden hatte. Natürlich spielen sie auch auf eine andere Dimension der Eroberungs-Widerstands-Thematik an, die jede und jeder für sich selbst interpretieren darf.

Giganten mit Geschichte: Marta und Grifone

La Casa

Das Gebäude des Casa della Cultura selbst ist alles andere als eine Schönheit, wenngleich ihm ein gewisser, morbider 70er-Charme nicht abzusprechen ist. Es liegt am Stadtrand von Palmi, hat ausreichend Parkmöglichkeiten und eine etwas eigenwillige Einlasspolitik: Als wir an einem Freitagvormittag hier ankamen, verließ gerade eine Kohorte älterer Schüler das Museum und stieg, Selfie über Selfie-schießend, in den wartenden Bus. Als wir das gleichzeitig Haus betraten, wollte ein freundlicher Angestellter gerade abschließen, machte dann aber wieder auf, schüttelte freundlich lächelnd den Kopf, als wir nach dem “Biglietto” fragten und ließ uns einfach umsonst hinein. Er händigte uns noch eine zusammengetackerte Kopie mit englischen Erklärungen aus – die Exponate sind mit italienischen Texten versehen – die er am Ende unserer Tour wieder einsammelte, da es nur zwei Exemplare davon gäbe. Die Ausstellung selbst durften wir dann allein ansehen. Auch Fotografieren war kein Problem, obwohl ein Schild am Eingang des Museums etwas anderes sagte.

Eigenwilliger 70er-Jahre-Bau mit viel kalabrischer Historie: Das Casa della Cultura von Palmi.

Je nach Interesse an der kalabrischen Haus- und Hirtenkultur sollte man eine gute halbe bis volle Stunde für den Rundgang einplanen. Das Haus zeigt parallel auch noch andere Ausstellungen, zum Beispiel von regionalen Künstlern. Ist man schon mal in der Gegend, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

Anschrift: Casa Della Cultura Leonida Repaci, Via F. Battaglia, 89015 Palmi

Tea Time für Jungfrauen: Die White Virgin Tea Plantation

In Sri Lanka, formerly known as Ceylon, ist Tee bekanntermaßen eine ganz große Nummer. Die meisten Plantagen liegen im Hochland rund um Ella. Weniger bekannt ist: An der Südspitze der Insel, quasi in Sichtweite zum Indischen Ozean und zu den Traumstränden von Mirissa und Weligama, findet sich eine kleine, aber sehr feine Teeplantage mit exquisitem Angebot: Die White Virgin Tea Plantation.

Verkostung und Verkauf: das Haupthaus der White Virgin Tea Plantation im Süden Sri Lankas.

Hier wächst der besonders milde und edle (und teure) Weiße Tee. Die nach ökologischen Prinzipien betriebene Plantage lässt sich  ohne Anmeldung besichtigen.

Bei der Produktion von Weißem Tee finden nur die ungeöffneten Blattknospen Verwendung.

Dabei führen des Englischen halbwegs mächtige Angestellte kleine Gruppen über die Plantage, erläutern die Basics des Teeanbaus und servieren im plantageneigenen Teehaus sogar Originaltee samt leckeren srilankischen Kuchens.

Tee und Kuchen inmitten üppiger Vegetation: Das Teehaus der Plantage.

Präsentiert und erklärt werden auch die Produktionshallen mit den teilweise über 100 Jahre alten Maschinen sowie die einzelnen Schritte der Teeproduktion.

Proud to be a “working, living museum”.

Weißer Tee wird besonders schonend licht- und luftgetrocknet. Für 1 Kilo braucht es rund 30.000 handgepflückte Knospen.

Besonders schonende Trockung.

Abschließend geht es – zugegebenerweise ein wenig im Stil einer klassischen Butterfahrt, was in Sri Lanka wie auch in Vietnam immer wieder Bestandteil von Ausflugstouren ist – ins Verkaufshaus, wo man den Weißen Tee und viele andere verkosten und erstehen kann.

Viele exotische Teesorten lassen sich professionell probieren – und anschließend kaufen.

Insgesamt ein lohnender Kurztrip, insbesondere für echte Tee-Fans. Am besten fährt man übrigens mit Miet-Scooter auf eigene Faust hin (Karte über Google Maps runterladen) – so bekommt man einfach mehr mit von der Landschaft, zum Beispiel exotische Blumen oder Reisfelder mit grasenden Büffeln und badenden Waranen. Und kann zwischendurch ganz spontane Abstecher und zahllose tolle Fotos machen!

Irland at its best: Der Cliffwalk von Howth

Wer Dublin besucht, sollte Howth nicht verpassen: Das malerische Fischerdorf auf der Dublin vorgelagerten Halbinsel Howth Head bietet mit dem Cliffwalk einen berühmten Wanderpfad entlang der rauhen Klippen direkt an der Irischen See – mit spektakulärem Ausblick auf die Bucht von Dublin.

Einer von vielen magischen Anblicken – der Leuchtturm von Baily

Wild, eigenwillig, ungezähmt. Nicht selten, vor allem im Winter, gleicht der Cliffwalk einem matschigen Pfad nahe am Abgrund. Immer wieder zeugen geschmückte Kreuze davon, dass ein Fehltritt tatsächlich tödliche Folgen haben kann. Der Wind ist rauh und im Winter, wenn der Himmel sich schwarzgrau über die kalten Felsen beugt, mitunter einfach arschkalt. Aber immer wieder bieten sich Ausblicke, die einem den Atem stocken lassen. Gut zwei Stunden sollte der ambitionierte Wanderer für die Tour über die Klippen und zurück nach Howth einplanen.

Und der ambitionierte Fotograf? Nach Bedarf (und SD-Card) deutlich mehr! Klasse Motive dehnen einen Shooting-Trip schnell auf 3-4 Stunden aus. Gut, wenn man geduldige Mitwanderer dabei hat!

Blick auf die Irische See, im Hintergrund der kleine Hafen von Howth

Howth & Cliffwalk sind durchaus an einem halben Tag zu schaffen: Mit der DART-Bahn – z.B. von der  Connolly Station – braucht es kaum eine halbe Stunde. Kosten für Hin- und Rückfahrt liegen bei 6 Euro. Apropos Connolly: Wer durch den Haupteingang kommt, sollte lieber ein paar Minuten mehr einplanen, um zu den Gleisen zu gelangen – die DART-Station liegt ganz am Ende des großen Kopfbahnhofs, was uns leider zu spät klar wurde und auch durch einen Vollsprint nicht mehr wettzumachen war. Immerhin fahren die Züge auch am Wochenende tagsüber alle halbe Stunde.

Where it began: The bullring of Ronda, Andalusia

Zum Thema Stierkampf gibt es unterschiedliche Meinungen. Um eins klar zu sagen: Es ist Tierquälerei. Aber es ist auch eine spanische Tradition mit langer Historie. Und wer dieser ein bisschen nachspüren möchte, kommt in der Arena von Ronda auf seine Kosten.

Außer an Stierkampftagen täglich für Besucher geöffnet: Die Plaza de Toros de Ronda

In Ronda, so heißt es, wurde der moderne Stierkampf erfunden. Darauf ist man durchaus stolz. Das zeigt sich in den Katakomben der in den 1780ern erbauten Plaza de Toros de Ronda, einer der ältesten und schönsten ihrer Art, in Form einer liebevollen Ausstellung zur Geschichte des Stierkampfes.

Museo Taurino: Knarren, Kostüme, Klunker

Das Museo Taurino stellt historische Feuerwaffen aus. Und natürlich die Kostüme berühmter Stierkämpfer sowie Zeichnungen, Gemälde und viele Originalplakate. Neben dem Museum liegen Reithalle und Pferdeställe.

Die Arena: Herzstück des modernen Stierkampfs

Die Arena ist Teil des Tickets. Man kann also selbst durch das mächtige, eisenbeschlagene Tor treten, über den gelben Sand laufen und sich wahlweise als Stier, Torero oder Picador fühlen. Nett lässt es sich auch zwischen den schlichten Holzbänken der aus Sandstein gebauten, kreisrunden Arena mit ihrem Durchmesser von 66 Metern herumflanieren. Rund 6.000 Zuschauer finden hier an den immer noch regelmäßig stattfindenden Turniertagen Platz. Macht richtig Laune, hier herumzutollen – und doch ist man froh, dem blutigen Spektakel nicht persönlich beizuwohnen.

Wo Ernest wohl saß? Der Eingang zur Arena